Betonwerkstein und Naturstein
BAU-Forum: Bauwissen von Herbert Fahrenkrog

Betonwerkstein und Naturstein

Betonwerkstein und Naturstein, eine Gegenüberstellung unter Berücksichtigung von Hochlastbereichen.

Betonwerkstein

  • 1.1 Definition und Zusammensetzung
  • 1.2 Erzielung der inneren Bindung
  • 1.2.1 bei Quarz (Granit)  -  Grobzuschlägen
  • 1.2.2 bei Kalkhaltigen Grobzuschlägen
  • 1.3 Abriebverhalten
  • 1.4 Fleckempfindlichkeit
  • 1.5 Schmutzanhaftung
  • 1.6 Rutschsicherheit
  • 1.7 Technische Daten
  • 1.8 Kostenrahmen
  • 1.9 Materialimmanente Probleme
  • 1.10 Diverses

Naturstein

  • 2.1 Definition und Zusammensetzung
  • 2.1.1 Weichgesteine
  • 2.1.2 Hartgesteine
  • 2.1.3 Phantasiegesteine
  • 2.2 Erzielung der inneren Bindung
  • 2.3 Abriebverhalten
  • 2.4 Fleckempfindlichkeit
  • 2.5 Schmutzanhaftung
  • 2.6 Rutschsicherheit
  • 2.7 Technische Daten
  • 2.8 Kostenrahmen
  • 2.9 Materialimmanente Probleme
  • 2.10 Besonderheiten, Streusalz

Alternativen

Resümee

  1. Betonwerkstein

    1.1 Definition und Zusammensetzung

    Betonwerkstein ein Gemisch aus Sand, Zement, zerkleinerten Natursteinen und anderen Zuschlagsstoffen. Die Fertigung erfolgt in formatierten Gussformen. Meistens besteht er aus einer Trägerschicht, auf die eine entsprechend eingefärbte Zementmischung aufgegossen wird. Die Mindeststärke sollte 3 cm nicht unterschreiten. Nicht alle Formate sind möglich. Betonwerkstein ist auch nicht unbedingt witterungsbeständig, bzw. frostsicher. Unvergüteter Betonwerkstein fällt unter Brandklasse A. Er ist nicht immer polierfähig und problemlos entsorgbar. Vergüteter Betonwerkstein hat meistens als Zuschlagstoff eine Kunststoff  -  Wasser  -  Dispersionen. Je nach Menge dieser Zugabe, kann die Brandklasse A nicht mehr eingehalten werden. Unter Umständen wird nur die Brandklasse B1 erreicht.

    1.2 Erzielung der inneren Bindung

    1.2.1 bei Quarz (Granit)  -  Grobzuschlägen

    Die Festigkeit der einzelnen Bestandteile untereinander wird hier durch den Zement erreicht. Bei der Trocknung des Zements entsteht durch die Hydratation aus dem Zementleim ein Zementstein. Diesen kann man sich als vielfach verhaktes Kristallgitter vorstellen, die die einzelnen Zuschlagstoffe, festhält. Es liegt somit eine rein mechanische Verzahnung vor, die durch den Zement hervorgerufen wird. Grob gesagt: Wenn der Zement sich z.B. durch Begehung oder Säure auflöst, fällt das Quarzkorn raus.

    Eine chemische Wechselwirkung ist nicht vorhanden.

    1.2.2 bei carbonatischen Grobzuschlägen

    Neben der mechanischen Verzahnung im Bereich der zugegebenen Sande ist z.B. bei Marmor- und Kalksteinbrocken (Marmorsteinbrocken, Kalksteinbrocken) auch mit chemischen Bindungen zu rechnen

    Vor allem bei calciumhaltigen Steinen kann es zu einer chemischen Wechselwirkung mit den Zementkristallen kommen, die ein Herausfallen der Steinanteile vermindert.

    1.3 Abriebverhalten

    Betonwerkstein wird in verschiedenen Härteklassen nach DINAbk. 18500 unterteilt. Klasse 1 erreicht man durch quarzitische Zuschläge, Klasse 2 durch carbonatische Zuschläge.

    Im Abriebverhalten sind beide Werksteine zwar differenziert zu betrachten, aber allen ist gemeinsam, dass kein homogener Abrieb, wie einem bei Granit stattfindet.

    Bei harten Zuschlägen ist der "Zementstein" das relativ weichere Material und wird als erstes verschleißen. Durch die fehlende chemische Bindung ist bei einer geschliffenen Oberfläche mit einer schnellen Aufrauhung zu rechnen, die direkt mit der später beschriebenen Schmutzanhaftung korreliert. Zur Optimierung wird versucht den Zementanteil zu minimieren und den Zuschlag zu vergrößern.

    Es gilt, dass eine Zerstörung des Zementsteins, durch Punktlasten, Säuren (Urin) usw. die Abriebfestigkeit verkleinert.

    Bei Werksteinen der Klasse 2 sind Zement und Kalkstein getrennt zu betrachten

    Kalkstein ist als sogenanntes Weichgestein kratzempfindlich und in seiner Härte nach Mohs <5. Hier ist der Effekt zu beobachten, dass in den Steinbereichen der Abrieb größer ist, als in den zementären Zonen. Manche dieser Kalksteine sind von "Natur" aus nicht frostfest. Durch Verkleinerung der Korngröße wird versucht dem entgegenzuwirken. Dabei ist aber darauf zu achten, dass die Schwundspannungen des Zementes sich nicht negativ auf die Steinfestigkeit auswirken.

    1.4 Fleckempfindlichkeit

    Die Fleckempfindlichkeit eines Fußbodens ist eine reine materialabhängige Variable.

    Bei den Granitischen Betonwerksteinen ist die Porosität des Zementes für einen Transport der farbverändernden Substanzen verantwortlich. Der Zement kann verfärben und die semi transparenten Grobzuschläge reflektieren in der "falschen" Farbe. Diese Reflektionsänderung ist analog einer Farbfolie auf Glas. Der Quarz wird nicht verfärbt, sondern nur seine optische Reflektion.

    Bei carbonatischen Zuschlägen kann sich sowohl der Zement als auch der Kalkstein irreversibel verfärben.

    Bedingt durch die Zusammensetzung ist eine Imprägnierung nicht dazu geeignet, einen dauerhaften Fleckschutz zu gewährleisten.

    1.5 Schmutzanhaftung

    Die normale Unterhaltsreinigung ist i.d.R. von der Schmutzanhaftung abhängig. Diese wiederum ist eine reine oberflächenabhängige Variable. Beginnt man mit einem Feinschliff, so ist bei beiden Varianten am Anfang mit einer geringen Schmutzanhaftung zu rechnen. Die oft angewandte Praxis, diese Böden zu versiegeln, vermindert zwar die Schmutzanhaftung, allerdings auf Kosten der Rutschsicherheit. Geht man von einer ordnungsgemäßen Reinigung mit einem Neutralreiniger aus, der keine Seifen oder Polymere enthält, wird der Boden mit der Zeit eine intensivere Reinigung benötigen. Durch die Inhomogenität des Materials ist mit partieller Aufrauung zu rechnen. Die vormals glatte Oberfläche wird durch die mechanische und chemische Zerstörung des Bindemittels Zement rau. Zementzuschläge, wie Sand fallen wegen der reinen mechanischen Bindung heraus und hinterlassen kraterförmige, raue Höhlungen. Ein Boden aus Betonwerkstein wird durch die Begehung nur mit steigendem Aufwand zu reinigen sein. Ein gewünschter optischer Werterhalt ist nur bedingt möglich.

    1.6 Rutschsicherheit

    Die bereits angesprochene Aufrauhung der Oberfläche führt bei korrekter Reinigung dazu, dass die Rutschsicherheit eines geschliffenen Werksteinbodens mit der Zeit zunimmt, auf Kosten der Reinigungsfähigkeit. Jegliche Art von Pflegemittel oder Versiegler zerstört wiederum sehr schnell die Unfallprävention. Dies gilt übrigens für alle Böden.

    1.7 Technische Daten

    Von der Dasag wurden uns für das meistverkaufte Produkt im Bereich Betonwerkstein Daten zur Verfügung gestellt. Hierbei ist allerdings streng nach DIN 18500 geprüft worden, ohne Rücksicht auf den Werterhalt oder Unterhaltsaufwand. Die Biegezugfestigkeit von 6,9 N/mm² ist ca. halb so groß, wie bei einem Granit. Der Schleifverschleiß im gesamten liegt bei 2,46, was als gut zu bezeichnen ist, aber mit dem Hinweis, dass ein partieller Abrieb nicht Bestandteil der Prüfung ist. Punktlasten, z.B. durch Kofferräder oder Pfennigabsätze wurden nicht berücksichtigt.

    1.8 Kostenrahmen

    Als industrielles Massenprodukt ist der Betonwerkstein bei Betrachtung der reinen Erstellungskosten am unteren Limit anzusetzen. Hochverdichteter Betonwerkstein ist allerdings nicht preiswert, sondern z.T. über dem Naturstein anzusiedeln.

    1.9 Materialimmanente Probleme

    Typisch für Betonwerkstein sind Ausblühungen, die zwar die Qualität des Betons nicht wesentlich beeinträchtigen, aber optische Schandflecke darstellen, die nur schwer zu entfernen sind.

    "Ursache für Ausblühungen ist der Transport von im Porenwasser gelösten Stoffen an die Betonoberfläche. Zu Ausblühungen kommt es in der Regel wenn Wasser auf der Betonoberfläche verdunstet und im Wasser gelöste Stoffe auf der Oberfläche auskristallisieren. Diese Ausblühungen sind leicht wasserlöslich. Sie bestehen meistens aus alkalischen Verbindungen, die entweder über die Einsatzstoffe oder aus an den Beton angrenzenden Materialien in den Beton eingebracht werden; wenn im Wasser gelöstes Calciumhydroxid an die Oberfläche gelangt und mit dem Kohlendioxid der Luft zu Calciumcarbonat reagiert. Hierbei handelt es sich um eine schwer wasserlösliche Verbindung. Calciumhydroxid entsteht bei der Hydratation des Zementes und liegt im Porenwasser des Betonwerkstein unabhängig von der Zementsorte immer vor.

    Streusalz ist ein weiteres großes Problem. Durch Wasser kommt es zu einer Aufspaltung des Na-Cl  -  Moleküls. Die einzelnen Bestandteile sind sehr aggressiv. Der Zementkristall wird dadurch zerstört. Das im Zement enthaltene Bindemittel Calzium verbindet sich mit dem Chlor zu Calciumchlorid. Dieses sehr beständige Molekül ist nur noch mechanisch entfernbar. Durch die Umwandlung geht die zementäre Bindung auf und die Oberfläche platzt im Mikrobereich auf. Durch eindringendes Wasser kann es dann auch zu makroskopischen Abplatzungen kommen. Eisen aus dem Zement wird freigesetzt und kann zu unangenehmen Verfärbungen führen, die, wenn überhaupt, nur mechanisch entfernbar sind.

    Saure organische Substanzen, wie Urin oder Erbrochenes hinterlassen immer eine zerfressene Oberfläche, die nur durch Schleifen zu reparieren ist.

    1.10 Diverses

    Agglomerat ist kein Betonwerkstein, sondern ein Gemisch aus Steinbrocken und Kunstharz. Diese Material ist für öffentliche Bereiche allein Aufgrund seiner Brennbarkeit nicht empfehlenswert.

  2. Naturstein

    Foto von Herbert Fahrenkrog

    2.1 Definition und Zusammensetzung

    Naturstein ist ein Material, das in Steinbrüchen gewonnen wird. Damit einhergehend sind natürliche Schwankungen in der Optik, techn. Werte und Nachlieferbarkeit nicht auszuschließen. Bei allen Natursteinen ist es empfehlenswert Grenzmuster anzufordern. Die möglichen Oberflächen reichen von grob gespitzt bis zur polierten Oberfläche. Er hat somit die größte Bandbreite im Bereich der Optik. Eine Gefahr besteht jedoch. Natursteine mit gleicher oder ähnlicher Optik können sehr unterschiedliche technische Eigenschaften haben. Ein billiger Granit kann fast die gleiche Optik wie ein Hochleistungsgranit haben. Die technischen Daten fallen sehr unterschiedlich aus, vor allen Dingen in den Punkten Wasseraufnahme und Festigkeit. Allein die Optik sagt nicht aus, inwieweit sich ein Stein für einen hochstrapazierten Boden eignet.

    Eine Verlegung erfolgt im Dickbett, im Mittelbett oder im Dünnbettverfahren. Bis auf ganz wenige Ausnahmen (z.B. Ölschiefer) gehören die Natursteine zur Brandklasse A.

    Entsorgungsprobleme gibt es nicht. Zur groben Unterscheidung kann man sie in folgende Klassen einteilen:

    2.1.1 Weichgesteine, Sandsteine

    Zu dieser Gruppe zählen alle Kalksteine, wie Jura oder Solnhofer, ebenso wie alle Marmore. Diese sind meist optisch sehr ansprechend, aber für einen Hochlastbereich wenig geeignet. Diese Gesteine sind nicht fleckfest und somit reinigungsunfreundlich. Eine Imprägnierung hilft sehr wenig. Auch ist die Kratzempfindlichkeit sehr hoch. Hauptbestandteil ist Kalk oder anverwandte, umgewandelte Materialien.

    Zu diesem Typ sind auch Dolomite, Muschelkalke, Travertine, Tuffe, Schiefer usw. zuzuordnen. Auch als Dekormaterial im Publikumsbereich sind diese nicht zu empfehlen. Sandsteine sind nicht unbedingt weich, aber generell schmutzempfindlich. Eine Imprägnierung kann dort auch noch zu starken Schäden führen. Sollte dennoch ein Sandstein gewünscht werden, empfiehlt sich ein quarzitisch-gebundener Sandstein, der in Bezug auf die technischen Eigenschaften die Spitzengruppe der Sandsteine bildet. Mit Blick auf die Wasseraufnahme und Abriebfestigkeit sollte auf tonig  -  gebundene Sandsteine verzichtet werden.

    2.2.2 Hartgesteine

    Unter Hartgesteinen versteht man allgemein Granit, aber es gehören noch andere Gesteinsgruppen dazu.

    typischer Handelsname

    typische Merkmale

    GranitLausitzer Granitgesprenkelt, grau
    NoritImpalaanthrazit  -  uni
    BasaltSchwarz  -  Schwedischschwarz
    OrthogneisAndeergebändert, Schlieren
    MigmatitMulticolorgebändert, Schlieren
    GranulitKashmir whiteGranatkristalle
    TephritBasalt-Lavagroßporig

    Jede dieser Untergruppen hat ihre "Haken & Ösen". Eine allgemeine Aussage über die Einsatzqualität kann man nicht machen, aber manche neigen zu starken Problemen. Granulit verfärbt sich sehr gerne, Paragneise sind rostanfällig und halten Schmutz gut fest, außerdem ist ihre Elastizität ein Problem. Migmatit ist im Mineralbestand sehr variabel usw.

    Ein echter Granit ist allerdings in fast allen Fällen den anderen Gesteinsgruppen vorzuziehen, da dort die gewünschte Gleichmäßigkeit am ehesten erreicht wird.

    Bis auf wenige Ausnahmen (verwitterte gelbe Granite) sind alle Hartgesteine in den Dicken ab 1 cm erhältlich und im Mörtelbett und im Dünnbettkleber verlegefähig.

    Es sind alle Formate bis 100 / 150 cm und Sondermaße möglich, ebenso Treppen und Fassadenplatten

    2.2.3 Phantasiegesteine

    Leider kursieren im Natursteinbereich auch unsinnige Bezeichnungen. Ein typisches Beispiel ist "Graniti  -  Dolomiti, ein Gneis aus Italien". Hier ist buchstäblich alles falsch.

    Dolomit ist ein Kalkstein, Granit ein Ergussgestein, Gneiß ein Umwandlungsgestein. Mit diesem "wissenschaftlich" klingenden Namen bezeichnete ein Händler einen "Verde Valmalenco", einen Mylonit aus Italien. Diese Material hat als Besonderheit zwischen den harten Bestandteilen Kalk als Bindemittel. Würde man ihn für einen Bahnhof einsetzen, würde man nach kurzer Zeit den Boden wegfegen können. Jura  -  Marmor ist kein Marmor, sondern ein Kalkgestein. Naturstein ist also nicht unproblematisch in der Auswahl, aber er kann auch für Jahrzehnte ein gutes Aussehen garantieren.

    2.2 Erzielung der inneren Bindung

    Zur Minimierung der Daten werden im weiteren Kontext nur Granite beschrieben, die für öffentliche Bereiche die größte Rolle spielen.

    Goethe sagte bereits "Feldspat, Quarz und Glimmer, zwei von dreien sind es immer"

    Bei Granit sind sogar alle drei Mineralien vorhanden, die eine reine mechanische, spannungsfreie Verzahnung zusammenhält. Durch hohen Druck, unter Luftabschluss sind die einzelnen Kristalle ineinandergewachsen, sodass eine hohe Stabilität erreicht wird.

    2.3 Abriebverhalten

    Granit ist ein homogenes Gestein, dessen einzelne makroskopische Bestandteile hohe Festigkeits- und Abriebwerte (Festigkeitswerte, Abriebwerte) besitzen. In der Reihenfolge der Beständigkeit, Quarz, Feldspat, Glimmer betrachtet ist analog auch die mineralische Härte zu sehen. Der Abrieb ist bei einem geschliffenem Material i.d.R. homogen. Entgegen einem Betonwerkstein wird sich eine geschliffene Steinoberfläche durch die reine Begehung nicht weiter aufrauhen. Kratzer durch eingetragenen Quarzsand sind allerdings nicht auszuschließen.

    2.4 Fleckempfindlichkeit

    Wie bereits beim Beton erwähnt, ist die Fleckempfindlichkeit materialabhängig. Durchgehende Kapillarien sind bei einem nicht von der Natur angewittertem Granit Hauptursahe von Verfärbungen. Die einzelnen Kristalle sind chemisch sehr stabil und verändern sich i.d.R. nicht. Lediglich die Zwischenräume können Substanze aufnehmen, die die Quarze und Feldspäte in einer falschen Farbe reflektieren lassen. Durch den Einsatz von speziellen Bleichmitteln, lassen sich fast alle Verfärbungen entfernen, ohne die Oberfläche oder die Mineralien nachhaltig zu verändern.

    Allerdings sollten die in dem Vortragsskript der Magna vorgeschlagenen Qualitätskriterien nicht unbeachtet bleiben.

    2.5 Schmutzanhaftung

    Die normale Unterhaltsreinigung ist i.d.R. von der Schmutzanhaftung abhängig. Diese wiederum ist eine reine oberflächenabhängige Variable. Beginnt man mit einem SchliffC120 wird durch die Begehung in Verbindung mit einer Sauberlaufzone der Boden immer glatter und somit reinigungsfreundlicher. Bei einer LaserGrip®  -  Oberfläche mit Schliff C400 ist eine Optimierung nicht nur für die Reinigungsfähigkeit, sondern auch für die Rutschsicherheit.

    2.6 Rutschsicherheit

    Um die Rutschsicherheit eines Granitbodens zu erreichen, geschliffen meistens mit Schliff 120 verlegt werden. Aber es gibt auch Ausnahmen. Um die Einteilung der verschiedenen Schliffzahlen zu erläutern, haben wir folgende Tabelle erstellt. Als Eselsbrücke kann man sagen, dass die Zahl, die Menge der Schleifkörner pro Fläche angibt.

    • C 30 sehr grob, deutliche Schleif- und Reste von Sägespuren, Steinfarbe und Struktur fast nicht erkennbar
    • C 60 grob, deutliche Schleifspuren, Farbe und Struktur wenig erkennbar
    • C 90 mittel, wenig Schleifspuren, Grobe Strukturen erkennbar, sehr blasse Farben
    • C 120 mittel, keine sichtbaren Schleifspuren, blasse Farben, Struktur erkennbar
    • C 180 kaum ein Unterschied zum vorherigen Schliff, fühlt sich glatter an
    • C 220 feinerer Schliff, Farben und Strukturen gut zu erkennen
    • C 320 seidenmatte Oberfläche
    • C 400 seidenmatt, einige Bestandteile glänzen schon, Farbe gut zu erkennen
    • C 600 fast poliert, minimale Oberfläche
    • C 800 je nach Material, kann man hier schon von Politur sprechen

    Generell kann man sagen: Je höher der Schliff, desto geringer die Reinigungskosten, allerdings verbunden mit dem Nachteil, dass damit auch die Rutschhemmung sinkt.

    Durch die LaserGrip®  -  Technik ist es möglich geworden, eine Kombination aus Rutschsicherheit und Reinigungsfähigkeit zu wählen, die neben dem optischen Wert, auch eine Kostenminimierung im Unterhalt darstellt.

    ! Die Schliffzahl ist keine definierte Größe, sondern nur die Siebgröße für die Schleifkörner. Es ist kein reproduzierbarer Wert!

    2.7 Die technischen Daten von Granit sind im Mittel:

    • Druckfestigkeit nach DINAbk. 52105 120  -  190 N/mm²
    • Biegezugfestigkeit nach DIN 52112 12  -  18 N/mm²
    • Abrieb nach DIN 52108 2 < 8 cm³
    • Granit ist i.d.R. Säure  -  und frostfest nach DIN 52102

    2.8 Kostenrahmen

    Die Kosten eines Natursteins hängen u.a. vom Format, Gewinnung, Verarbeitungsfähigkeit und insbesondere vom Geschick des Verkäufers ab. Der Nachteil des Natursteinmarkts ist die mangelnde Transparenz. Aus dem Preis eines Natursteins, kann keine Qualität abgeleitet werden. Eine Einzelbetrachtung der techn. Daten in Beziehung mit dem Anforderungsprofil ist objektbezogen in eine Kosten  -  Nutzen  -  Analyse durchzuführen.

    2.9 Materialimmanente Probleme

    Typisch für Granite sind Rotverfärbungen durch falsche Reinigung. Auch mangelnde Qualität ist häufig Grund zur Klage. Die kalkulatorische Nutzungsdauer eines Granits ist häufig höher als 30 Jahre, in denen ein optischer Werterhalt eher als mit einem Derivat zu bewerkstelligen ist.

    Tausalz kann bei "Oberschichtmaterial" zu Eisenausfällungen führen, die unschöne Verfärbungen hervorrufen können. Eine fachlich fundierte Beratung ist der Schlüssel für eine gelungene Materialauswahl.

    3 Alternativen

    Betonwerkstein mit all seiner Problematik ist keine Alternative zum Naturstein. Keramik und Feinsteinzeug ist in den techn. Daten und der Haltbarkeit als ernstzunehmende Konkurrenz zur Natur zu sehen. Die Haltbarkeit und zeitlose Eleganz eines Granits wird allerdings nicht erreicht.

    4 Resümee

    Bahnhöfe sind heute "Erlebniscenter" und keine Haltestellen mehr. Die fast immer günstige Lage und der Ausbau zu Renommierobjekten setzt andere Anforderungen im Bereich Optik, Sicherheit und Kostenmanagement voraus als früher. Die Normen haben sich aber nicht weiterentwickelt, bzw. sind die bisherigen Regularien der Deutschen Bahn AG nicht immer darauf abgestimmt.

    Die Kostenfrage spielt auch hier wiederum eine wesentliche Rolle. Die bisherige Praxis, Einbau- und Unterhaltskosten getrennt zu bewerten, birgt viele Risiken. Ein "billiger" Boden in der Erstellung, kann erhebliche Kosten im Unterhalt verursachen. Die Kosten eines Bodens rechnen sich zusammen aus:

    • Erstellung
    • Pflege und Unterhalt
    • Reparaturkosten und
    • Entsorgung nach Ablauf der kalkulatorischen Nutzungsdauer.

    Ein vermeintlich billiger oder nur schöner Boden kann über die Jahre hinweg zu einem nicht unerheblichen Kostenfaktor führen. Sollte dann erkennbar sein, dass trotz aufwendigem Unterhalt der Boden vor dem Ablauf der Nutzungsdauer entfernt werden muss, stellt sich die Frage, ob es nicht bei ähnlicher Optik einen qualitativ besseren Stein gegeben hätte.

    Die optische Qualität von Textur und Farbe entscheiden heute nicht mehr allein, ob ein Boden seine Erwartungen erfüllt hat. Die "inneren" technischen Werte gewinnen durch Qualtiätsbewusstsein und -Management immer mehr an Bedeutung.

    Granit erfüllt die Bedingungen der Kostenminimierung und die Forderung nach optischem Werterhalt eher, als der vermeintlich billige Betonwerkstein.

  3. Trittstufe aus Agglo-Marmor

    Sehr informativer Text, aber leider kann ich zu Agglo-Marmor nicht viel erfahren. Wir beabsichtigen einen Treppe mit Agglo-Marmor erstellen zu lassen. Grund: gleichmäßige Farbgebung, weil echter Marmor doch sehr unterschiedlich ausfallen kann. Gibt es zum Material an sich Bedenken gegen den gepl. Einsatz? Vielen Dank.
    • Name:
    • Lengner
  4. Text ist per E-Mail unterwegs wird überarbeitet und ...

    Foto von Herbert Fahrenkrog

    Text ist per E-Mail unterwegs (wird überarbeitet und hier ins Forum hineingestellt)
  5. Agglo Marmor oder Carrara

    Hallo, auch ich habe eine Frage zu Agglo Marmor für eine Treppe und Eingangsbereich. Eigentlich hatten wir schon AggloMarmor bestellt aber wegen Lieferschwierigkeit wurde uns nun zum gleichen Preis Carrara Marmor angeboten. Da ich nun gehört habe das Carrara doch sehr kratzempfindlich sei weiß ich nun nicht so recht was ich tun soll. Ich bedanke mich schon mal für die Antwort. Gruß W. Schnauber
    • Name:
    • Werner Schnauber
  6. Carrara besser

    Foto von Herbert Fahrenkrog

    Agglomerat (Infos sende ich noch per E-Mail) ist im Endeffekt auch nicht belastbarer. In dem alten Firmeneingang war Agglo eingebaut und der war schneller verkrazt als alle dachte, trotz Quarzeinstreuung. Auch mit der Brandklasse B1 kann es Schwierigkeiten geben. Carrara ist brandklasse A. Außerdem kann Marmor einfacher abgeschliffen werden als Agglo. Mein Tipp Carrara Marmor ist mit Sicherheit kein optimales Material, wenn man Wert auf einen dauerhaft glänzenden Boden legt, aber er ist immer besser als Plastik mit Steinkrümeln. Wie wäre es mit einem preiswerten Granit (G603 A) aus China, der ist meistens nur unwesentlich teurer, aber wesentlich strapazierfähiger.
    • Name:
    • HF

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